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Mit der RhB auf der Überholspur: der neue «Heidi»-Film rollt in die Kinos

Mit der RhB auf der Überholspur: der neue «Heidi»-Film rollt in die Kinos - Kultur

Im neuen «Heidi»-Film sorgen Schauspiel-Grössen wie Bruno Ganz für einen Hauch von Hollywood – doch für glänzende Augen zur Weihnachtszeit sorgt vor allem Laiendarstellerin Anuk Steffen als Heidi.

Wer «Heidi» hört, hat sofort Bilder und Erinnerungen im Kopf: Manche werden unweigerlich an den Song von Gitti & Erika denken, der die Ausstrahlung der japanischen Serie von Zeichentrickgigant Hayao Miyazaki in den 1970er-Jahren begleitete: «Deine Welt sind die Berge!» Andere werden Heidi sofort mit einer unberührten Bergidylle verbinden. Oder ihnen werden Namen wie Geissenpeter, Alpöhi oder Fräulein Rottenmeier durch den Kopf schiessen. Und wieder andere werden sich daran erinnern, mit grosser Faszination die zeitlosen Romane von Johanna Spyri gelesen zu haben, die «Heidi» in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus der Taufe hob.

«Es ist nicht der Tell, es ist Heidi – Heidi ist besser als Schweizer Schokolade und viel berühmter als unsere Banken! Ich freue mich!»
Bruno Ganz

Der Alpöhi ist ein cooler Siech
Nach 50 intensiven Drehtagen kommt der Film am 10. Dezember 2015 in die Kinos. Die Hauptrollen spielen Heidi-Darstellerin Anuk Steffen (9), die sich beim Casting gegen 500 weitere Anwärterinnen durchgesetzt hatte, und Geissenpeter Quirin Agrippi (13). Beide geben mit «Heidi» ihr Schauspiel-Debüt. Ganz im Gegenteil zum eigenbrötlerischen Grossvater, dem Alpöhi, dargestellt von Bruno Ganz (73). Er gehört zu den bedeutendsten Schauspielern der Schweiz und Deutschlands und ist  nicht nur in deutschsprachigen, sondern auch in grossen internationalen Produktionen eine feste Grösse («Nachtzug nach Lissabon», «Der Untergang»). Obwohl Ganz zuvor noch nie einen Heidi-Film gesehen oder die Bücher gelesen hat, spielt er den Alpöhi nach gewohnter Profi-Manier. Laut Heidi-Darstellerin Anuk Steffen sei Bruno Ganz «ganz nett» und Quirin Agrippi hat sogar ein richtig grosses Kompliment auf Lager: «Er ist ein recht cooler Siech!»

Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

Ein kleiner Vorgeschmack gefällig?

Hoch oben in den Bergen ist die Welt friedlich und ruhig – oder etwa doch nicht? Sehen Sie selbst im offiziellen Trailer des neuen «Heidi»-Films.

Aus Maienfeld wird Latsch und Frankfurt liegt nun im Harz
Die Bücher von Johanna Spyri wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und weltweit über 50 Millionen Mal verkauft. Damit ist «Heidi» der erfolgreichste deutschsprachige Roman. Die schweizerisch-deutsche Neuverfilmung der Bücher soll möglichst authentisch und nahe an den Vorlagen gestaltet werden, verspricht Regisseur Alain Gsponer («S'Chline Gspängst»). Laut den Produzenten Reto Schaerli und Lukas Hobi von Zodiac Pictures («Stationspiraten», «Achtung, fertig, WK!») soll der Film eben auch die dramatischen und dunklen Seiten der Geschichte beleuchten und kein geschönter Heimatfilm im Stil der 1950er-Jahre werden. Einzig die Drehorte weichen von den Schauplätzen im Buch ab. In Spyris Romanen lebte Heidi in Maienfeld, jedoch war der bauliche Aufwand zu gross, um das Dorf ins Jahr 1880 zurück zu versetzen. Das Heidi-Dörfli – wie bereits in der Verfilmung aus dem Jahre 1952 – ist Latsch, während Alpöhis Hütte auf dem Gebiet der Gemeinde Sufers steht. Für die Szenen in Deutschland musste man ebenfalls vom Roman abweichen; statt in Frankfurt wurde in der idyllischen UNESCO-Welterbestadt Quedlinburg im Harz gedreht – dort ist die historische Substanz noch intakt. Ausser in Sachsen-Anhalt war die Crew auch in München und Thüringen unterwegs, um dem Film eine möglichst authentische Atmosphäre zu verleihen.