Bernina Express

Salsa mit der Minibar

Salsa mit der Minibar - Bernina Express

Er ist der, der mit der Minibar tanzt. Alfredo Lopez, Peruaner von Hause aus und heimisch nun in Graubünden, geht kilometerweise – für seinen Job auf der Berninastrecke. Was er sonst tut, wenn er nicht gerade mit der Minibar auf dem Bernina Express unterwegs ist, erzählt er hier.

Herr Lopez, Sie sind seit vielen Jahren für die RhB mit der Minibar unterwegs. Wird’s Ihnen nie langweilig?
Nicht eine Sekunde. Ganz ehrlich. Früher war ich sechs Jahre für Elvetino auf Achse. Nun bin ich seit Sommer für die RhB im Dienst – seit 1. Juli 2014 für meinen neuen Arbeitgeber, die RailGastro von Renato Feurer. Wenn man seine Arbeit mit Herzblut tut, vergeht sie wie im Flug – sorry, wie in einem Zug (lacht).

Wie lange dauert ein normaler Arbeitstag?
Ich stehe morgens um sechs Uhr auf. Dann nehme ich den Zug von Igis nach Chur. Um 07.50 Uhr muss ich auf dem Zug sein und mein Bestes geben. Zirka um 18 Uhr bin ich wieder in Chur, dann noch aufräumen und mit dem Zug nach Hause, 19.05 Uhr bin ich dann bei meiner Frau und den drei Kindern.

Tag für Tag?
Eine normale Arbeitswoche bei uns dauert fünf Tage am Stück, inklusive Samstag/Sonntag. Mindestens ein Wochenende pro Monat hat man sicher frei. Bei diesem Job muss man flexibel sein. Ich arbeite gerne am Wochenende, um viele Gäste kennenzulernen.

Apropos: Wie kommt ein Peruaner ausgerechnet hierher, in die Berge Graubündens? Na ja, wo die Liebe halt so hinfällt... Ich bin schon 13 Jahre hier in der Schweiz. Ich wuchs in Lima auf und war Goldschmied in einem der besten Geschäfte. Aber die Situation wurde immer unsicherer in Peru. Also ging ich nach Costa Rica, wo ich meine Frau – eine Bündnerin, die dort einen Sprachkurs absolvierte – beim Tanzen kennenlernte. Und schon war’s um mich geschehen...

Sprich: Die Schweiz wurde Ihre neue Heimat?
So ist es. Ich bin gerne hier und bin – wie meine Familie – voll integriert im Alltagsleben. Inzwischen habe ich mich auch an den Winter gewöhnt und Skifahren gelernt. Fussball ist für mich als Südamerikaner auch hier wichtig, darum bin ich u.a. Fussballtrainer bei den Piccolos und vermittle ihnen die Leidenschaft dieses Sports.

Und wo ist das Latino-Blut geblieben?
Das geht nie verloren, keine Sorge. Ich liebe nach wie vor die peruanische Kultur. Weiterhin geniesse ich mein Hobby, die Salsa-Musik, und bringe bei Partys – zum Beispiel im El Correo in Chur – als DjLopez die Leute zum

Sie sind jetzt 43. Werden Sie bei der RhB pensioniert?
Wer weiss – wir werden sehen. Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich mit meiner Arbeit – die mir notabene einst ein mexikanischer Kondukteur, der damals bei der RhB als Minibar-Steward arbeitete, empfohlen hat!