Berühmte Namen

Krokodil 414

Krokodil 414 - Berühmte Namen

Krokodile gehören in den Zoo, nicht in die Bündner Bergwelt. Entlang des RhB-Streckennetzes stehen die Chancen jedoch gut, einer Panzerechse über den Weg zu laufen – einer mit einem Blechpanzer allerdings: der Krokodillok 414.

Krokodil 414 zieht alle Blicke auf sich, wenn es seine breite Schnauze aus dem Tunnel schiebt oder über ein Viadukt kriecht: Seit 1929 leistet die Lok, mit richtigem Namen «Ge 6/6 414», der RhB treue Dienste. Ihren Spitznamen «Krokodil» trägt sie wegen ihres Aussehens: Es erinnert an Schnauze, Körper und Schwanz eines Krokodils. Mit der Elektrifizierung des Streckennetzes ab 1913 wichen die Dampflokomotiven nach und nach elektrischen Loks – unter anderem solchen der Baureihe RhB Ge 6/6, der Krokodilfamilie. Die ersten Vertreter dieser Baureihe nahm die Bahn 1921 in Betrieb. Sie galten damals als die stärksten Schmalspurloks der Welt: 1076 PS steckten in ihnen. Die Familie war gross, das braune Krokodil hatte 14 Schwestern. Davon ist nur eine, die «Ge 6/6 415», ebenfalls noch im Bündnerland unterwegs. Die zwei 66 Tonnen schweren Loks erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 55 Stundenkilometern. In ihren Glanzjahren zogen die Ge 6/6-Loks hochwertige Züge, etwa den Glacier Express. Ab Ende der 50er-Jahre verdrängten neuere Loks die Krokodile aus ihrem Revier, lange Zeit zogen sie vor allem Güterzüge. Eine der ausrangierten Krokodilloks kann im Bahnmuseum Albula bestaunt werden.