Jubiläum

Blättern im Album: 125 Jahre Bündner Bahnwunder

Blättern im Album: 125 Jahre Bündner Bahnwunder - Jubiläum

2014 feiert die RhB ihr 125-jähriges Bestehen. Was 1889 mit der Eröffnung der Strecke zwischen Landquart und Klosters begann, ist heute ein 384 Kilometer langes Streckennetz. Ein Blick ins Album der Vergangenheit
zeigt bewegende Momente.

1889: erster Zug bis Klosters
Es war ein Flachländer, ein Schiff bauer dazu, der dem Bündner Eisenbahnwesen das Laufen beibrachte. Mit der Gründung der «Schmalspurbahn Landquart – Davos AG» durch den Holländer Willem Jan Holsboer nahm der Bahnbau 1887 seinen Anfang. Dank dem umtriebigen Hotelier konnte die Strecke zwischen Landquart und Klosters bereits 1889 in Betrieb genommen werden. Mit wenigen Tagen Verspätung fuhr am 29. September 1889, zehn Tage vor der fahrplanmässigen Betriebseröffnung, der Eröffnungszugmit geladenen Gästen in Klosters ein.

1896: Wagen für Krankentransporte
Er war ein Unikat: der Schlaf- und Salonwagen Ass 5. Das Einzelstück entstand 1896 in der RhB-Hauptwerkstätte in Landquart und wurde vor allem für Krankentransporte eingesetzt. Er trug bereits die RhB-Beschriftung: Die Namensänderung von «Schmalspurbahn Landquart – Davos AG» zu «Rhätische Bahn» fand 1895 statt. Damals waren die Personenwagen in drei Klassen unterteilt. 1956 stellte die RhB von drei auf zwei Klassen um: Die 1. und 2. Klasse wurde zur neuen 1. Klasse.

1898: Anschluss im Misox?
Sie war als grosser Wurf geplant: die Ferrovia Elettrica Bellinzona – Mesocco. Initiative Südbündner wollten 1898 damit das Misox, ein Bündner Tal südlich des Alpenhauptkammes, mit dem Tessin verbinden. Der Bau begann im Januar 1905. Am 6. Mai 1907 fuhr der erste Zug von Bellinzona bis Lostallo, drei Monate später war die Linie bis Mesocco durchgängig eröffnet. Mitten im Krieg, am 1. Januar 1942, wurde die Privatbahn auch eine Meterspurbahn – Teil der RhB. Doch schliesslich blieb es bei der grossen Vision: Am ominösen 13. Dezember 2003 kam das Aus für die 13 Kilometer lange Misoxerlinie.

1917: die weisse Naturgewalt
Es war der schlimmste Moment in der Geschichte der RhB: Am späten Abend des 29. April 1917 donnerte die gefürchtete Drusatscha-Lawine in der Nähe der Station Davos Wolfgang nieder und erfasste den Spätzug von Landquart nach Davos. Die letzten Wagen wurden von der Lawine mitgerissen. Obwohl schon kurze Zeit später erste Helfer eintrafen, kam für zehn Verunglückte jede Hilfe zu spät. Glücklicherweise blieb die RhB in ihren 125 Jahren von grossen Unglücken weitgehend verschont.

1920: aus edlem Tuch
Sie stellte etwas dar, die Berufskleidung der Stationsvorstände und Zugbegleiter der RhB. Sie war aus edlem Tuch gewirkt, aus Trun in der Surselva, wo die Tuchfabrik Truns über viele Jahrzehnte die Uniformen herstellte. Zuerst waren sie in dunklen Farben gehalten, mit Metallknöpfen besetzt. Später kam der rote Hut mit den goldenen Streifen dazu. Seit 2002 ist das Tragen eines Huts nicht mehr vorgeschrieben. 2008 wurde die neuste Uniform eingeweiht. Schwarz und Rot sind bis heute geblieben, der Stil ist unterdessen sportlich-alpin.

1950: Gefährt für den Kaiser von Japan
Für einen kaiserlichen Besuch war der RhB nur das Beste gut genug. Und so fuhr man 1950, als der japanische Kaiser Hirohito in Begleitung seines Hofstaates auf Reisen war, den schönsten Salonwagen auf: den «Bener-Wagen». Diesen hatte sich der RhB-Direktor Gustav Bener – er war von 1918 bis 1936 der oberste Chef – für 95 000 Franken zur Einweihung des Glacier Express 1930 gekauft.

1996: hoher Besuch aus dem Norden
1996 erhielt die RhB Besuch von der schwedischen Königin Silvia. Betriebsinspektor Josef Giger begleitete ihre Hoheit auf der Fahrt im Salonwagen. Der RhB-Gastgeber bot der Königin Wasser an. Nur: Die Zugänge zu den angrenzenden Wagen waren aus Sicherheitsgründen verschlossen, auch der Railbar war die Zufahrt zum königlichen Wagen verwehrt. Erst nach längeren Diskussionen gewährten die Bodyguards Einlass. Doch in der Minibar war das gewünschte stille Wasser nicht vorrätig. Ihre Hoheit bestellte stattdessen einen Kamillentee – aber auch kein Kamillentee war da. Nun funkte der Begleiter den Bahnhof Thusis an, wo er stilles Bergquellwasser bereitstellen liess. Das war Service: Die Königin war begeistert.

1999: Eröffnung Vereinalinie
Er ist bislang das letzte grosse Werk im Netz der RhB: der Vereinatunnel. Er verbindetseit 1999 das Prättigau mit dem Unterengadin. Die erste Studie für den bahnbrechenden Autotunnel legte der
Verwaltungsrat der Bündner Regierung 1975 vor. 24 Jahre später, am 19. November 1999, feierte man die Eröffnung des Vereinatunnels in Anwesenheit des damaligen Verkehrsministers Bundesrat Moritz Leuenberger. Die Bauzeit übrigens betrug nur achteinhalb statt der geplanten neun Jahre. Und die Kosten lagenebenfalls neun Millionen tiefer, bei 561 Millionen Schweizer Franken.

2009: Salonwagen statt Helikopter
Wer Rang und Namen hat, trifft sich in Davos: am World Economic Forum WEF. Dann fahren auch Spitzenpolitiker mit der RhB, und so manch eine/r machte es sich schon in den erstklassigen Salonwagen bequem – so auch 1999 Hillary Clinton. Zehn Jahre später fuhren der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan und der damalige chinesische Premierminister Wen Jiabao mit der RhB zum WEF.

Herzlichen Dank unseren Sponsoren und Partnern vom Jubiläum

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