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Engadin Skimarathon: Hier läuft was!

Engadin Skimarathon: Hier läuft was! - Nächster Halt

Über 12000 Läuferinnen und Läufer, die an einem Tag transportiert werden wollen: Der Engadin Skimarathon ist für die RhB als Transportpartnerin eine logistische Höchstleistung. Eine Herausforderung sind die 42 Kilometer aber natürlich auch für die Langläuferinnen und Langläufer – unter ihnen Samuel Rindlisbacher, Leiter Controlling bei der RhB. Contura «lief» mit ihm mit.

Schnell noch ein heisser Tee und eine Banane, die Schuhe wechseln, den Kleidersack beim Militärlastwagen 21 deponieren, dann geht es – die Ski gebuckelt – in Richtung Startgelände. Einige kurze Sprints, ein paar Armschwünge und Dehnübungen, dann werden die Ski angeschnallt und Samuel Rindlisbacher reiht sich ein, neben Hunderten anderer Läuferinnen und Läufer. Aus den Lautsprechern ertönt – ein wenig pathetisch – Vangelis’ «Conquest of Paradise». Obwohl: Für die rund 12000 Läuferinnen und Läufer, die an diesem Morgen in Maloja bei strahlendem Sonnenschein auf dem schneebedeckten Lej da Segl zum 45. Engadin Skimarathon starten, fühlt es sich vielleicht tatsächlich so an, als würden sie gerade eben ein Stück Paradies erobern. Drei, zwei, eins – und los geht’s. Nach wenigen Minuten sind die Sportlerinnen und Sportler nur noch als kleine Punkte auf dem weissen Silsersee zu erkennen.

Erfolgsrezept: Entspannung und Pasta
Samuel Rindlisbacher ist 2013 zum dritten Mal beim Skimarathon dabei. Schon ganz Routinier zeigt er kaum Nervosität: «Ich mache aus Plausch mit», sagt er. Dieses Jahr habe er nicht so viel trainieren können wie die Male zuvor – er sei vor Kurzem Vater geworden. Ganz Sportler steht aber auf seinem Speiseplan am Abend vor dem grossen Lauf haufenweise Pasta. Der 34-Jährige begann vor fünf Jahren mit dem Langlauf – «aus Gwunder», wie er sagt. Früher fuhr er Ski. Doch ihm gefällt, dass er beim Langlauf vom Gedränge am Skilift und auf den Pisten verschont bleibt. Samuel Rindlisbacher startet in der Kategorie Volksläufer: «Ich habe letztes Jahr die Qualifikation für die Hauptklasse B um zwei Minuten verpasst.» Geschäftig und doch ganz locker geht es zu und her bei den Volksläufern; der Ehrgeiz, die 42 Kilometer von Maloja über Pontresina bis S-chanf mit den Langlaufski zu absolvieren, ist zu spüren, ein bisschen Aufregung schwingt mit, aber die Stimmung an diesem sonnigen Wintermorgen im Startgelände scheint ganz entspannt. «Der Engadin Skimarathon ist immer tipptopp organisiert, hier gibt es kein Chaos», so Rindlisbacher.

Verschnaufpause mit Pippa Middleton

In Pontresina, dem Halbmarathonziel, begegnen wir ihm wieder: Wie vorausgesagt trifft Samuel Rindlisbacher nach anderthalb Stunden bei der Verpflegungsstation ein. Dutzende Freiwillige stehen hier am Loipenrand und versorgen die durstigen Läuferinnen und Läufer mit Getränken. Musik, Partyzelte und Grillwürste: Für die Zuschauerinnen und Zuschauer zeigt sich hier ein Vorgeschmack auf das Volksfest im Zielgelände in S-chanf. Pippa Middleton sei soeben vorbeigedüst, klingt es aus den Lautsprechern. Die Schwägerin von Prinz William landet schliesslich auf dem 233. Platz von 494 Platzierten in ihrer Kategorie. Auch Samuel Rindlisbacher läuft es in der Halbzeit gut: «Der Start über den See war sehr schön», erzählt er. «Der Stazerwald gleich vor Pontresina ist allerdings immer ein Chrampf – aber ich bin gut in der Zeit.»

Volksfest in S-chanf
Mit dem Auto erreichen wir das Zielgelände – selbstverständlich – schneller als die Marathonläuferinnen und -läufer. Obwohl: Die Schnellsten legen die 42 Kilometer zwischen Maloja und S-chanf mit den Langlaufski in weniger als anderthalb Stunden zurück. Unser Läufer von der RhB braucht etwas länger: Samuel Rindlisbacher ist mit einer Zeit von 3 Stunden 33 Minuten im Ziel. Er freut sich: «Ich war nur eine Minute langsamer als letztes Jahr! Es hat Spass gemacht, bis zur Hälfte habe ich mich super gefühlt. Aber die ‹Golan-Höhen› zum Schluss, die waren schon sehr streng, da gibt es zwei, drei giftige Anstiege – da leiden alle, so kurz vor dem Ziel.» Mühelos hingegen erhält er beim Lastwagen 21 seine Habseligkeiten zurück. Perfekt organisert eben. Und dann stürzt sich Samuel Rindlisbacher zufrieden ins Getümmel aus Läuferinnen und Zuschauern, aus Food- und Getränkeständen, Guggenmusik und Massagezelten.

Drei Fragen an die Leiterin Produktion Region West

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Patricia Demarmels koordiniert in enger Abstimmung mit dem OK des Engadin Skimarathon den Transport der Gäste. Eine logistische Herausforderung.