Was machen eigentlich...

...die Pistenbullyfahrer von Sedrun im Sommer?

...die Pistenbullyfahrer von Sedrun im Sommer? - Was machen eigentlich...

Ihr Job ist es, die Naturgewalt Schnee unter Kontrolle zu bringen, in einer Landschaft der Extreme mit bis zu minus 30 Grad Celsius, bei Wind und Wetter. Die Pistenbully-Fahrer im Skigebiet Sedrun Oberalp trotzen den frostigen Bedingungen von Anfang Dezember bis nach Ostern. Und wenn der Schnee weg ist?

Eigentlich ist der 33-jährige Armin Manetsch gelernter Mechaniker. Mittlerweile hat er den elterlichen Bauernhof übernommen, wo er tatkräftig mit anpackt – solange kein Schnee fällt. Denn Manetschs wahre Leidenschaft ist das Pistenraupen-Fahren. «Wir Pistenbully-Fahrer haben meistens Saisonjobs, bei denen handwerkliches Geschick gefragt ist – das haben wir alle gemeinsam», so der Bauer. Das «Pistnen», wie es im Fachjargon heisst, gilt als idealer Nebenverdienst für Landwirte, Zimmermänner, Lastwagenfahrer und Bau- oder Forstarbeiter aus den Bergregionen. «Für diesen Job muss man definitiv von grossen Maschinen angefressen sein», sagt Manetsch, für den das Pistenbully-Fahren ein Bubentraum war. «Als Mechaniker fasziniert mich natürlich die Technik dieser gigantischen Maschinen.» So gesehen gibt es zwischen dem Bauern und dem Bully-Fahren durchaus Parallelen: Grosse Gefährte gehören bei der täglichen Arbeit dazu, egal ob Traktor oder eben Pistenfahrzeug.

Warten, bis die Natur bereit ist

Wie beim Bauern gibt auch beim Pistnen die Natur den Arbeitsrhythmus vor: Bei schönem Wetter schwärmen die Pistenbullys schon um 17 Uhr aus und präparieren bis lange nach Mitternacht. Fällt Schnee, beginnen die Fahrer um vier Uhr nachts. Dann dauert das Pistnen bis kurz vor neun Uhr morgens − bis die ersten Schneesportler über die schön präparierten Pisten brettern. «Als Pistenbully-Fahrer ist Flexibilität gefragt», erklärt Armin Manetsch, der sich im Alter von 20 Jahren zum ersten Mal hinters Steuer der Ungetüme wagte. «Es gibt längere und kürzere oder ausnahmsweise sogar Tage mit 13 bis 14 Stunden Arbeitszeit – zum Beispiel, wenn auf einen verschneiten Tag ein schöner folgt.» Geduld mit der Natur braucht es auch bei Lawinengefahr: Dann müssen die Pistenbully-Fahrer manchmal vier, fünf Tage lang auf dem Berg bleiben, weil die Rückfahrt zu gefährlich wäre. Zum Glück gibtʼs oben in den Skigebieten genügend Übernachtungsmöglichkeiten in Restaurants. Und worin liegt die Schwierigkeit bei der Arbeit mit den Pistenfahrzeugen? «Bei Neuschnee ist es schwierig, die steilen Hänge raufzukommen. Die grösste Herausforderung ist aber das Wetter: Nebel und Schneestürme lassen Konturen und Orientierungspunkte verschwimmen. Dann heisst es abwarten, bis die Sicht wieder besser ist.» Schliesslich sollen die Pisten aus einem Guss sein. Keine leichte Aufgabe: «Die Spuren der Pistenbullys sind vier Meter breit – diese eng anliegend, ganz ohne Unebenheiten zu ziehen, ist eine Kunst. Der Umgang mit den tonnenschweren Fahrzeugen erfordert viel Feingefühl», erklärt Manetsch, für den das Pistnen mehr Hobby als Beruf ist. Und brettert Armin Manetsch auch selbst über «seine» schön präparierten Pisten? «Ich fahre schon Ski, aber nicht täglich. Dafür habe ich die Pisten schon zu viel befahren – mit meinem Pistenbully.»

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