UNESCO Welterbe RhB

Hin und weg ... auf der Via Albula/Bernina

Hin und weg ... auf der Via Albula/Bernina - UNESCO Welterbe RhB

Das Wandern ist längst nicht mehr nur des Müllers, sondern unser aller Lust: Die naturnahe Freizeitaktivität ist bei Jung und Alt beliebt. Und was gehört beim Wandern stets dazu? Die Rast an einem gemütlichen Plätzchen! «Contura» stellt die schönsten Rastplätze im UNESCO Welterbe in der Landschaft Albula/Bernina vor – echte Geheimtipps von Stefan Barandun, dem Lokalmatador auf der Via Albula/Bernina. 

«Meine Begeisterung für die Bahn und das Wandern ist so gross, dass ich den Wanderführer Via Albula/Bernina verfasst habe», schwärmt Stefan Barandun. Selbstredend, dass er das Gebiet wie seine eigene Hosentasche kennt. Hier verrät der Wanderleiter seine drei liebsten Rast- und Aussichtsplätze.

Naturschönheit – vom Gletscher geerbt
«Auf der Strecke vom Ospizio Bernina nach Cavaglia – genauer gesagt auf Etappe 8 der Via Albula/Bernina, zwischen Sassal Mason (L 10.0137/ B 46.3898) und Alp Grüm – lohnt sich der Besuch des Gletschersees Lagh da Caralin, der sich durch den Rückzug des Palügletschers bildete», so Stefan Barandun. Auf dem so genannten «Sentiero Panoramico» liegen zwei Rastplätze, ausgestattet mit Sitzbänken, die eine grandiose Sicht auf die Alp Grüm und das sich in Serpentinen den Berg hinaufschlängelnde Bahntrassee der Berninalinie gewähren. Unterhalb liegt die Alp Palü mit dem für die Wassernutzung gestauten Lagh da Palü. Auf seinem Rückzug hat der Gletscher hier eine Landschaft mit geschliffenen Felsen, Moränen und Gletschervorfeldern gestaltet. Im Osten erhebt sich das Grenzgebirge zu Italien mit seinen markanten Berggipfeln. Besonders schön: «Der in der Sonne glitzernde Palügletscher im Westen», weiss Barandun. Eindrücklicher Abstecher: der Gletschergarten in Cavaglia.

Sagenhafter Märchenweg
«Mitten im Wald gibt es eine Stadt mit tausend Strassen. In jener Stadt lebt ein kleines Volk, das überall bekannt ist, weil es so arbeitsfreudig ist. Vom Morgen bis zum Abend sind alle unentwegt bei der Arbeit. Sie klettern auf die Bäume und schaffen viel Holz nach Hause. Wenn einem die Last zu schwer wird, kommt ihm ein anderer zu Hilfe. Eines Tages ereignet sich jedoch ein grosses Unglück...», so beginnt eine der sagenhaften Geschichten auf dem Märchenweg im idyllischen Val Bever (L 9.74710 / B 46.5356) zwischen Spinas und St.Moritz (Etappe 6). Gleich sechs Plätzchen laden hier zum Verweilen ein: An jedem dieser von hohen Lärchen umgebenen Orte sind in Massivholz eingefassten, übergrossen Märchenbüchern Geschichten in drei Sprachen zu lesen. Die Vorleserin oder der Vorleser thront auf dem Baumstammsitz, die Zuhörenden nehmen auf den hölzernen Hockern Platz und lauschen den spannenden Erzählungen. «Eine zauberhafte Atmosphäre, um in die Welt der Gnomen, Feen, Hexen, Bären, Wölfe und anderer Fabelwesen einzutauchen», erzählt Stefan Barandun. An einzelnen Erzählorten sind auch Skulpturen einheimischer Künstler aufgestellt, welche die Märchen in der Fantasie der Zuhörenden zum Leben erwecken.

Die Via Albula/Bernina fürs Wohnzimmer

Die Via Albula/Bernina fürs Wohnzimmer

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Imposant: grosse Welt, ganz klein
Als drittes und letztes verrät uns Stefan Barandun den Weg zu einem etwas abseits der Via Albula/Bernina gelegenen Rastplatz – seinem Favoriten. Der gut zweistündige Abstecher nach Fallò/Signal (L 9.74229 / B 46.5887), auf Etappe 4 gelegen, beginnt in Naz auf 1750 m ü.M. Der steile Weg folgt hier dem in seinem natürlichen Bett wild herabstürzenden Bach. Beim zweiten Wegweiser zweigt der Pfad nach rechts ab und steigt hinauf bis zur Waldgrenze auf etwa 2140 m ü.M., wo der Rastplatz liegt. «Die fantastische Aussicht in die umliegenden Berge der Albulakette lohnt aber den Aufstieg», verspricht Stefan Barandun. Das Besondere jedoch ist die Sicht auf die Bahnstrecke, die zwischen Bergün/Bravuogn und Preda verläuft: Von hier lassen sich die Züge beobachten, wie sie sich zwischen den Kehr- und Spiraltunnels und über zahlreiche Viadukte karussellähnlich hinaufschrauben, als wäre es eine Leichtigkeit, bis zu 400 Tonnen mit einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern über die steile Rampe zu ziehen. «Aus dieser Vogelschau wirkt die ganze Bahnanlage wie eine Modelleisenbahn.»