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Veltliner: Edler Tropfen aus Norditalien

Veltliner: Edler Tropfen aus Norditalien - Via

Der Veltliner ist ein Wein mit bewegter Geschichte: Im 19. und Anfang 20. Jahrhundert war der Weinbau im Veltlin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, Ende des letzten Jahrhunderts folgte die Durststrecke. Mittlerweile sind die Tropfen aus dem sonnenreichen norditalienischen Alpental wieder gefragt – besonders auch in der benachbarten Schweiz.

Der Weinbau ist im Veltlin omnipräsent: 2'500 Kilometer Trockenmauern säumen die steilen Weinterrassen im Tal und prägen das Bild der Landschaft. Schon die alten Veltliner wussten, weshalb sie die Reben nicht auf dem Talgrund, sondern an erhöhter Lage anpflanzten: Auf den Terrassenanlagen ist die Zahl der Sonnenstunden mit Gebieten in Süditalien vergleichbar – 1'900 sind es pro Jahr. Auch heute noch gedeiht der Wein im Veltlin auf bis zu 700 Metern über Meer und profi tiert nebst der vielen Sonne von mineralreichen Granitböden.

Zu den wichtigsten Abnehmern der sonnengereiften Tropfen zählten schon früh die Schweizer. Vom 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts gedieh der Veltliner sogar auf helvetischem Boden: Bis 1797 zählte das Alpental südlich des Puschlav politisch zur Bündner Herrschaft. Doch auch nach der Befreiung blieb das Veltlin von den Nachbarn abhängig – zumindest wirtschaftlich. Zwei Drittel der Weinernte gelangte in Fässern in die Schweiz. Der Transport geschah zunächst per Maulesel, später dann in den Wagen der Berninabahn.

«Veltliner sind elegante, vielschichtige Weine.»
Giovanni Triacca, Weinbauer

In den 1980er-Jahren geriet der Veltliner indes in eine Krise, weil Flaschenweine zulasten der im Veltlin üblichen Fässer Marktanteile gewannen. Heute aber erlebt der Veltliner eine Renaissance. Experten sagen der traditionellen Weinbauregion eine solide Zukunft voraus. Zu verdanken ist das unter anderem jungen Winzern, die neue Traubensorten ins Veltlin brachten. Zusammen mit alteingesessenen Kellereien bilden sie einen ausgewogenen Mix und bepflanzen insgesamt 800 Hektar Land mit Reben. Zu den renommiertesten Betrieben gehört das Weingut La Gatta der Fratelli Triacca in Bianzone und mit Geschäftssitz in der Schweiz. Das Weingut wurde vor 500 Jahren gebaut – als Dominikanerkloster. Erst die Weinbauernfamilie Mascioni aus dem Puschlav brachte La Gatta zum Wein. Die Firmengeschichte begann 1897, heute produzieren die Fratelli (Giovanni und Luca) Triacca 300 000 Flaschen pro Jahr. Was ist für sie das Speziellste an den Veltlinern? «Es sind enorm elegante, eigenständige, vielschichtige, rassige Weine, in denen die Düfte des Veltlins zu finden sind: Himbeere und Waldfrüchte in der Jugend, Steinpilze, Laub und Heu im Alter.» Die Experten verraten, welcher Wein am besten zu den typischen Pizzoccheri passt.

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