Anschluss

Sieben auf einen Streich: Von St. Moritz nach Venedig

Sieben auf einen Streich: Von St. Moritz nach Venedig - Anschluss

Vom mondänen St. Moritz bis in die Lagunenstadt Venedig in acht Stunden – die Rhätische Bahn und ein dichtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln machen es möglich. Die Kulturreise der besonderen Art verbindet bis zu sieben UNESCO Welterbestätten miteinander.

Nicht in 80 Tagen um die Welt, dafür in acht Stunden von den Alpen bis ans Mittelmeer, von St. Moritz bis nach Venedig. Anschluss besteht überall – dank den Verbindungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Italien. Es lohnt sich allerdings, etwas mehr Zeit einzuplanen, um sich die vielen Sehenswürdigkeiten der Route genauer anzusehen.

Von St. Moritz aus macht sich die Berninabahn auf der UNESCO Welterbestrecke auf in Richtung Süden. Die Strecke gilt als höchste Alpenquerung auf Schienen. 2 253 Meter über Meer liegt der höchste Punkt der Strecke, das Ospizio Bernina. Hier bestaunen Gäste zwei Seen gleich nebeneinander – der dunkle kleine Lej Nair und der helle Lago Bianco. An diesen Seen trennen sich so manche Wege: Das Wasser fliesst entweder nach Osten in die Donau oder nach Süden in den Po, die Wetterscheide entscheidet über Niederschlag oder Trockenheit, an der Sprachgrenze treffen sich das Rätoromanische und das Italienische.

Ab hier schlängelt sich der Zug talwärts den Palmen des Südens entgegen. Gefälle von bis zu 70 Promille meistert der Zug mit Leichtigkeit. «Nächster Halt: Tirano», heisst es nach etwas mehr als zwei Stunden. Das mediterrane Städtchen hinter der italienischen Grenze liegt nur noch auf 429 Meter über Meer.

UNESCO Welterbe RhB - Ein bahntechnisches Meisterstück

UNESCO Welterbe RhB - Ein bahntechnisches Meisterstück

Die Rhätische Bahn ist ein einzigartiges Beispiel für eine Eisenbahn, die harmonisch in eine Hochgebirgslandschaft integriert ist.

Ein Stück ursprüngliches Italien
Viermal täglich bringt der italienische Perego-Bus Reisende von Tirano über den Apricapass und eine eindrückliche Panoramastrecke nach Edolo. Vom kleinen Städtchen führt der Zug ins Val Camonica, wo eine weitere Welterbestätte auf Besucher wartet: Die Felszeichnungen im «Parco Nazionale Naquane» bei der Ortschaft Capo di Ponte. Die Zeichnungen im Stein der grössten Fundstätte prähistorischer Felsgravuren in Europa zeigen Tiere, Waffen oder Ackergeräte. Die Ältesten sind auf 6 000 Jahre vor Christus datiert. In den Thermalbädern im Dorf Boario Terme lässt es sich prächtig entspannen. Übrigens: Im nahen Lago Iseo liegt die autofreie Süsswasserinsel «Montisola». Sie ragt über 400 Meter aus dem Wasser. Die Kunststadt Brescia gehört seit 2011 zum UNESCO Welterbe. Bauwerke aus der Antike, dem Mittelalter, der Renaissance und aus dem Barock zieren das romantische Städtchen. Ein Besuch lohnt sich auch im Kloster Santa Giulia. Das moderne Museum im ehemaligen benediktinischen Nonnenkloster zeigt Funde verschiedener historischer Epochen, die Brescia geprägt haben.

Ein UNESCO Welterbe folgt dem nächsten
Ab Brescia fährt der Intercity-Zug «Freccia Bianca» bis nach Venedig. Auf dieser Strecke reiht sich ein UNESCO Welterbe ans andere, beispielsweise die Altstadt von Verona mit dem antiken Amphitheater oder der botanische Garten von Padua, in dem über mehrere hundert Jahre alte Pfl anzen wachsen.

Wer die ganze Tour an einem Stück macht, fährt rund acht Stunden später in Venedig ein. Endstation. Die Tour endet am Mittelmeer, wo Millionen von Holzpfählen die Lagunenstadt Venedig über Wasser halten. Auch sie gehört zum UNESCO Welterbe. Anstatt Strassen und Schienen zieht sich hier ein dichtes Netz an Kanälen zwischen den Häusern hindurch. Gondoliere chauffieren Gäste auf ihren Gondolas durch die Stadt, unter unzähligen Brücken hindurch, vorbei an prächtigen Palästen oder zur bekannten Piazza San Marco. Unter den Arkaden auf der Piazza lässt sich in einem der Kaffeehäuser die Welterbe-Tour prima Revue passieren.